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heute 1950 1910 1908 1870 1674 1649
Die Brauerei
Es war einmal ...
Die Brauereigeschichte:
Es gibt viel zu erzählen, am besten bei einem guten Pyraser Bier.

1649
Im Jahr 1649 am Ende des Dreißigjährigen Krieges verlässt der Brauer und Mälzer Hanns Bernreuther seine Heimat in Oberösterreich und wandert als evangelischer Glaubensflüchtling aus. Ein Jahr später erwirbt er im fränkischen Offenbau eine Brauerei mit Landwirtschaft. Von zehn Kindern gründen acht selbst Gaststätten, Brauereien oder heiraten in Brauereien ein.
 
 
1674
So auch sein Sohn Veit Ulrich Bernreuther, der 1674 im benachbarten Eysölden die Brauerei mit Gastwirtschaft "Zum schwarzen Bären" erwirbt. Dessen Sohn wiederum, Johann Adam Bernreuther, kauft 1749 im Alter von nur 21 Jahren den Bauernhof mit Gastwirtschaft "Zum Angerwirt" in Pyras. Der Hausname "Angerwirt" für das Stammhaus der Brauerfamilie Bernreuther hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten: das Angerwirtsweizen erinnert daran.
 
 
1870
Die Gründung der Pyraser Landbrauerei ist einem Schmetterling zu verdanken: Lymantria monacha, der Nonnenfalter. Der gefährliche Forstschädling hatte sich um 1865 in den fränkischen Wäldern massenhaft vermehrt. Auch Adam Bernreuther, der "Angerwirt", war einer der Betroffenen. Der größte Teil seiner kahlgefressenen Bäume musste der Axt zum Opfer fallen. Natürlich versuchte er, das geschlagene Holz an den Mann zu bringen. Aber - es gab einfach zu viel davon. Nicht einmal sein Bierlieferant wollte es. Darüber wurde der Angerwirt so grantig, dass er sich eine eigene Brauerei baute. 1870 wurde das erste Mal mit Pyraser Bier angestoßen.
 
 
1908
Der starke Wille zum Fortschritt und Innovationsfreudigkeit prägen auch die weitere Familienchronik. Sohn Johann Georg Bernreuther zeichnet 1908 für ein Kesselhaus mit Dampfmaschine und Generator verantwortlich. Damit wird bis 1935 auch das Dorf mit Strom versorgt.
 
 
1910
Lange vor dem 1. Weltkrieg kommen die ersten LKWs zum Einsatz, die auch weiter entfernte Kunden beliefern. 1910 bis 1913 werden die riesigen, kühlen Naturfelsenkeller in Handarbeit aus dem Sandstein gemeißelt. Der Gutsbetrieb ist inzwischen auf 400 Tagwerk angewachsen. Die Lieferung von Schafen nach Frankreich und Mastbullen an die Metzger in weitem Umkreis machen Johann Georg Bernreuther zu einem bekannten und geachteten Mann.
 
 
1950
Dr. Dr. Friedrich Bernreuther führt die Brauerei aus der Nachkriegszeit in die Gegenwart. Der große Gutsbetrieb wird ein Musterbetrieb für fortschrittliche Tierhaltung. Er engagiert sich in der Kommunalpolitik und beeinflusst maßgeblich den Aufbau des Landkreises mit Schulen, Krankenhäusern und Straßen.
 
 
Heute
beschäftigt die Brauerei in Teil- oder Vollzeit 64 Mitarbeiter – und davon bewältigen nur sechs Fachkräfte die gesamte Getränkeproduktion! Der inhabergeführte Betrieb beweist, dass Teamgeist und Technik Höchstleistungen möglich machen: die Personalleistung der qualifizierten und motivierten Mitarbeiter liegt mit über 3.000 hl/Vollarbeitsplatz weit über dem Branchendurchschnitt.

Marlies Bernreuther übernimmt zum 1. Januar 2010 die Brauerei aus den vertrauensvollen Händen ihres Vaters und wird somit zur jüngsten Brauereibesitzerin Bayerns. Nachdem sie schon 1995 ihre Ausbildung im eigenen Betrieb absolvierte und seit 2006 in der Geschäftsleitung war, ist sie bestens gerüstet für diese herausfordernde Aufgabe.
 
 
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